Die acht Ernährungslügen

 

Ernährungslüge Nr. 1:

Wer kein Fleisch isst, nimmt nicht genügend Eiweiss zu sich!

FALSCH, denn Gemüse, Nüsse und Getreide enthalten ausreichend Eiweiss für den Zellaufbau. Besonders reichhaltige Eiweissquellen sind Bohnen, Erbsen, Linsen und Nüsse. Außerdem ist das pflanzliche Eiweiss deutlich besser vom Körper aufnehmbar, d. h. die Bioverfügbarkeit ist besser. So deckt bspw. schon die Kombination Sojabohne und Avocado den Bedarfs aller acht essentiellen (essentiell = kann der Körper nicht selber herstellen) Aminosäuren (Eiweisse) ab. Der Durchschnitts-Deutsche verzehrt sowieso viel zu viel Eiweiss, was die Ursache vieler Zivilisationskrankheiten (v.a. Krebs) ist. Das überschüssige tierische Eiweiss und Fett wird in den Gefässen und im Gewebe abgelagert und verhindert somit den Übergang wichtiger Vitalstoffe in die Zellen.

Ernährungslüge Nr. 2:

Wer kein Fleisch isst, leidet an Vitamin B12-Mangel!

FALSCH, denn das Thema B12 ist das Lieblings-Argument der Fleisch-Lobby. Jedoch stellt die Versorgung mit Vitamin B12 bei Vegetariern gar kein Problem dar. Dr. Johann Georg Schnitzer (Der alternative Weg zur Gesundheit): "Sehen Sie, das ist eine typische Frage, wie sie entsteht, wenn man sich auf dem analytischen Weg mit der Ernährung befaßt. Man weiß, der Mensch braucht Vitamin B12. Und jetzt ist nach dem Stande der Forschung, Vitamin B12 nur dort drin, wo es untersucht und gefunden worden ist. Das war ursprünglich mal nur in tierischen Produkten. Dann fiel aber merkwürdig auf, daß auch Vegetarier, die 30 Jahre lang keine tierischen Produkte mehr verzehrt hatten, trotzdem genügend Vitamin B12 in ihrem Blut hatten. Und dann fand man Vitamin B12 reichlich in Petersilie und schließlich fand man es auch im Getreide. Sie brauchen sich also keine Sorgen zu machen um Vitamin B12 und auch nicht um Vitamin B15."

In der Tat ist es so, daß Vegetarier weit aus besser mit den meisten Vitaminen, wie bspw. Folsäure, Vitamin B1, Vitamin E, Kalium, Magnesium oder Mangan versorgt sind, als die durchschnittliche Bevölkerung.

Ernährungslüge Nr. 3:

Wer kein Fleisch isst, leidet an Eisenmangel!

FALSCH, denn Eisen gibt es nicht nur im Fleisch, sondern in den meisten pflanzlichen Lebensmitteln. So ist z.B. Weisskohl, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime, Rote Beete und Topinambur besonders eisenreich. Außerdem erhöht das in diesen Lebensmitteln natürlich enthaltene Vitamin C die Aufnahme des Eisens aus der Nahrung. Vorsicht ist bei schwarzem Tee oder Kaffee geboten, denn diese verringern die Eisenaufnahme um bis zu 50 %.

Ernährungslüge Nr. 4:

Wer kein Fleisch isst, leidet an Calcium-Mangel!

FALSCH, denn auch Calcium findet sich in vielen pflanzlichen Lebensmitteln, besonders in Nüssen, Grünkohl, Petersilie, Spinat, Lauch und vielen anderen Gemüsesorten wieder. Außerdem kann der Körper das Calcium aus pflanzlicher Quelle deutlich besser verwerten als aus tierischen Produkten.

Ernährungslüge Nr. 5:

Wer kein Fleisch isst, nimmt nur Körner zu sich!

FALSCH, denn die Vielfalt vegetarischer und selbst veganer Speisen ist so reichhaltig, daß dieses Vorurteil einfach nicht stimmt. In der Tat ist der Verbrauch an den verschiedenen Gemüse und Obstsorten bei Vegetariern und Veganern weitaus größer als bei Allesschluckern oder Fleischessern. Die Vielfalt der vegetarischen und veganen Küche spiegelt sich in den immer mehr auf den Markt drängenden Koch- und Gesundheitsbüchern wieder. So gibt es in Deutschland ca. 5 Millionen Vegetarier und etwa 400'000 Veganer, mit aufsteigender Tendenz. Diese Bevölkerungsgruppe als "Körnerfresser" zu bezeichnen ist einfach zu einseitig. Ein Omnivore (Allesschlucker) wäre dann dementsprechend ein "Aasfresser".

Ernährungslüge Nr. 6:

Schwangere Frauen, die kein Fleisch essen, schaden dem Ungeborenen!

FALSCH, denn auch hier ist der Vegetarier wieder besser mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt als der Fleischesser. Bei rein veganer Ernährung, die sehr ausgewogen und abwechslungsreich ist, besteht ebenfalls keine Gefahr einer Unterversorgung des Nachwuchses. Es gibt genügend Mütter, die rein vegan kerngesunde Kinder auf die Welt gebracht haben. Viele dieser Erfahrungsberichte findet man im Internet.

Ernährungslüge Nr. 7:

Babys und Kinder müssen Fleisch essen!

FALSCH, denn Studien belegen, daß die Muttermilch von Vegetariern gesünder für Säuglinge ist, da sie weniger Umweltgifte und mehr Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthält. Keine Studie belegt, daß fleischlos ernährte Säuglinge Magelerscheinungen aufweisen, also bspw. Eisenmangel. Kleinkinder haben i.d.R. eine Abneigung gegen Fleisch, die wir ihnen dann abgwöhnen. Außerdem lieben Kinder Tiere und auch die Scheu vor dem Töten ist angeboren. Ein Kind das Fleisch essen soll, muss zwischen lebenswerten (bspw. dem eigenen Hund oder Katze) und lebensunwerten Tieren (Schwein oder Rind) unterscheiden. Es soll also zu Katzen und Hunden lieb sein, aber unschuldige Tiere, wie ein Ferkel essen.

Ernährungslüge Nr. 8:

Fleischessen gehört zum Leben bzw. Der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen!

FALSCH, denn der Konsum von Fleisch ist verantwortlich für Hungersnöte! Würde es keine Fleischproduktion geben, dann würden wir mit etwa einem Viertel der Anbaufläche auskommen.

Auf einem Hektar Land lassen sich erzeugen:

Die Fleischproduktion ist höchst ineffektiv, denn mehr als die Hälfte der Getreideernte wird als Viehfutter verwendet. Jeden Tag verhungern aber etwa 40'000 Kinder in den Entwicklungsländern und 1.3 Milliarden Menschen leiden an Unterernährung. 50 Millionen sterben jedes Jahr an Hunger bzw. den Folgekrankheiten. Dabei bräuchte niemand zu hungern, denn 100 Mio. Menschen könnten zusätzlich ernährt werden, wenn die Industrieländer ihren Fleischkonsum um nur 10% senken würden.

Leider erliegen viele Entwicklungshilfe-Projekte auch diesem Fehler der Fleisch-Verherrlichung. Bereits Albert Einstein sagte: "Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung".

Fleischessen schadet der Gesundheit

Nicht nur die BSE-Krise, sondern unzählige Studien legen es an den Tag: Die Massentierhaltung schadet der Gesundheit der Menschen und Tiere.

"Die Therapie von Leiden, die Folge des Verzehrs von Fleisch sind, kostet ebensoviel wie die Behandlung von Leiden, die mit dem Rauchen in Zusammenhang gebracht werden".

Quelle: WELT AM SONNTAG v. 3.12.95
"Neue Erkenntnisse über die Vorteile vegetarischer Ernährung".