Regelmässiges Meditieren
 

Wir kennen das alle. Ein Termin jagt den anderen, wir hasten von Sitzung zu Sitzung, ständig klingelt das Telefon oder das Handy nervt uns und der Berg unerledigter Arbeit nimmt immer noch zu. In einer solchen Situation wäre es einfach «erfrischend» einmal für ein paar Minuten abzuschalten, ein wenig zu entspannen und sich wieder zu regenerieren, um zu neuen Kräften und Ideen zu kommen. Mit Meditation kann dieser Wunsch schnell in Erfüllung gehen. Die Technik der so genannten Selbstversenkung ist leicht zu lernen und in fast allen Lebenslagen praktizierbar.

Der Begriff Meditieren kommt aus dem Lateinischen und kann auf zweierlei Arten übersetzt werden: «über etwas nachdenken» und «in die Mitte gehen». Meditation ist also so etwas wie die kleine Schwester des Schlafs, ein entspanntes Absinken in den inneren Frieden.

Die Technik der Meditation ist einfach und an jedem Ort und in jeder Haltung praktizierbar. Ist man wach, gegenwärtig und offen für die Wunder der Wirklichkeit, dann können sich diese uns beim Abwasch oder Hausputz ebenso offenbaren, wie bei einem Waldspaziergang am frühen Morgen.

Thich Nhat Hanh beschreibt, wie wir durch Meditation unser Leben bewusster und achtsamer gestalten und wie wir im Sitzen, Gehen, Liegen und Stehen Achtsamkeit üben können. So kann Meditation unseren gesamten Alltag durchdringen und uns helfen den Herausforderungen des Lebens ruhiger, freudvoller und angemessener zu begegnen. Der Sinn der Übung besteht darin, sich intensiv auf einen Gegenstand zu konzentrieren.

Wie die nachfolgenden Beispiele zeigen, helfen uns schon kleine praktikable Übungen dabei die Entspannung und den inneren Frieden zu finden.

Ich kann zum Beispiel einen meditativen Zustand erreichen, in dem ich

Mit Hilfe dieser Selbstentspannungsübungen versucht man zunächst, innere Ruhe und Entspannung zu erreichen und die Aussenreize auszuschliessen, um schliesslich zu einer tiefen Versenkung zu kommen, einem Schwebezustand zwischen Bewusstsein und Schlaf, einem «passiven Bewusstsein» (ohne bewusstes Denken, ohne Zeiteinteilung, ohne Zweckgebundenheit). Der Meditierende soll so einen Zustand des «an nichts denken» erreichen, der in wenigen Minuten so viel Entspannung und Kraft schenken kann wie stundenlanger Schlaf. Das wiederholte nach Innen-Gerichte-Sein fördert im halbmeditativen oder im Wachzustand symbolisches und paralogisches Denken. Intuitives Reagieren und ein ungehemmter Fluss von Assoziationen kommen zum Tragen. Meditation ist aber nicht nur eine beruhigende, sondern auch eine aktivierende und kreativitätssteigernde übung.

Gute-Laune-Hormone

Während der Meditation müssen die Gehirn- und Nervenzellen keine Glücksboten herstellen und anbieten. Im Gegenteil sie bekommen noch jede Menge Rohstoff für die zusätzliche Produktion von Neurotransmittern wie Serotonin oder Dopamine geliefert. Durch Meditieren werden diese «körpereigenen Psychedelika ausgeschüttet

Beim Meditieren weiten sich Gefässe, es strömt mehr Blut durch die Adern, die Neuronen werden noch besser mit Glukose und psychoaktiven Eiweissbausteinen gefüttert.

Regelmässiges Meditieren bremst das Altern des Gehirns

Eine aktuelle Studie vom Massachusetts General Hospital in Charlestown fand nun heraus, dass durch regelmässige Meditation bestimmte Gehirnregionen geschult und erweitert werden und messbar an Dicke zunehmen. Dabei wird besonders der so genannte "präfrontale Kortex", das ist der Teil des Gehirns, der für unsere analytischen Fähigkeiten und die individuelle Persönlichkeit verantwortlich gemacht wird, stärker ausgebildet - ein Zeichen für neu ausgebildete Synapsen. Dass unser Gehirn jede Sekunde Millionen neuer Verbindungen zwischen Nervenzellen schafft, das wissen die Forscher schon länger. Aufgrund dieser Erkenntnisse gehen die Wissenschaftler davon aus, dass möglicherweise die Meditation sogar den sonst mit dem Alter einhergehenden Abbau der Gehirnstruktur bremsen und in bestimmten Gehirnregionen sogar das Altern verlangsamen kann.

Vorgestellt wurden diese Forschungsergebnisse jetzt beim Kongress der US- Gesellschaft für Gehirnwissenschaften in Washington DC.